Bericht EISTAUCHEN Straubing, 03.01.2026
Unterwasserclub Straubing begeistert mit Eistauchen
Bereits am 1. Januar startete der Unterwasser-Club Straubing mit einer besonderen Aktivität ins neue Jahr: dem Tauchen unter Eis. Nachdem die Mitglieder gut ins neue Jahr gerutscht waren, stand am Nachmittag zunächst die theoretische Vorbereitung im Mittelpunkt. In geselliger Runde wurde fundiertes Wissen zu den besonderen Herausforderungen des Eistauchens vermittelt.
Tauchen unter Eis stellt deutlich höhere Anforderungen als herkömmliche Tauchgänge. Die Tatsache, dass ein direktes Auftauchen zur Oberfläche nicht möglich ist, erfordert spezielles Know-how, eine angepasste Ausrüstung und klar definierte Sicherheitsvorkehrungen. Themen wie Rollenverteilung, Leinenführung, Kommunikation und Notfallmaßnahmen wurden intensiv besprochen und bereiteten die Teilnehmer gezielt auf die Praxis vor .
Am Freitag, den 2. Januar, ging es dann an das Vereinsgewässer Atting 5. Zwar zeigte sich das Gewässer mit einer geschlossenen Eisdecke, diese war jedoch nicht tragfähig genug, um ein klassisches Einstiegsloch ins Eis zu schneiden. Nach einer gemeinsamen Lagebeurteilung wurde vor Ort eine sichere Alternative gewählt: Der Tauchgang wurde vom Ufer aus organisiert.
Ein Taucher, geschützt im Trockentauchanzug und über eine Sicherungsleine mit dem Ufer verbunden, brach das Eis im Randbereich auf. Durch diese kontrollierte Öffnung konnten sich die Taucher anschließend unter die Eisdecke begeben. Getaucht wurde – wie beim Eistauchen vorgeschrieben – ausschließlich im Team: Ein Taucher unter Wasser, gesichert an der Signalleine, und ein Signalmann an der Oberfläche, der als Leinenführer fungierte. Dazu steht ein Sicherungstaucher inkl. zweitem Leinenführer für einen Notfall bereit.
Die Kommunikation erfolgte über Leinenzugzeichen, ein System, das auch bei Rettungstauchern etabliert ist. Der Schwerpunkt lag dabei bewusst auf nur zwei klaren Signalen:
• Fünf Rucke – „Alles in Ordnung“
• Ein Ruck – „Notfall“, sofortiges Zurückziehen des Tauchers zum Einstiegspunkt
Unter der Eisdecke eröffnete sich den Teilnehmern eine faszinierende Unterwasserwelt. Das Zusammenspiel aus Licht, Eis, Wasser und Sonnenstrahlen erzeugte eindrucksvolle Effekte. Besonders die ausgeatmete Luft, die sich wie flüssiges Quecksilber unter dem Eis sammelt und entlang der Eisfläche wandert, machte den Tauchgang zu einem unvergesslichen Erlebnis – eine Belohnung für Kälte und Aufwand gleichermaßen.
Aus Sicherheitsgründen waren die Tauchgänge zeitlich auf 20 bis 30 Minuten begrenzt. So wurde sowohl einer Auskühlung der Taucher unter Wasser als auch einer zu langen Belastung des Sicherungsteams an Land vorgebeugt. Umso wichtiger war die gut organisierte Infrastruktur: beheizte Umkleidemöglichkeiten und warmer Tee sorgten dafür, dass sich alle Beteiligten nach den Tauchgängen schnell wieder aufwärmen konnten.
Mit dieser Veranstaltung ist es dem Unterwasser-Club Straubing erneut gelungen, Taucherinnen und Taucher für die besondere und anspruchsvolle Disziplin des Eistauchens zu begeistern – eine Kombination aus hoher Sicherheitsdisziplin, Teamarbeit und einzigartigen Eindrücken unter dem Eis.